TÜRKEI

MENSCHENRECHTSAKADEMIE

In den vergangenen Jahren wurden gravierende Menschenrechtsverletzungen in der Türkei bekannt. Der jüngste Bericht von Freedom House in 2021 stufte die Türkei als „nicht frei" ein. Die Erfahrungen des Landes mit den sich verschärfenden Menschenrechtsverletzungen haben dazu geführt, dass die Gesellschaft unrechtmäßige Anklagen gegen Journalisten, Journalistinnen, Anwälte, Anwältinnen und Menschenrechtsaktivisten bereits fast als normal betrachtet.

In Ländern wie der Türkei hängt der Schutz und die Durchsetzung der Menschenrechte in erster Linie von der Aufklärung und dem Wissen über die Menschenrechte ab. Das Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung hilft dabei Menschenrechtswissen in der Türkei zu verbreiten. Im ersten Schritt wurde dazu eine neue Plattform gegründet: die Human Rights Academy (HRA), die Menschenrechtsbildung für diejenigen anbietet, die vor ihrer Bewerbung für die Programme der Akademie keine oder nur wenig Menschenrechtsbildung erhalten haben.

Seit Januar 2020 hat die Akademie drei Grundkurse und zwei Kurse für Fortgeschrittene zum Thema Menschenrechte angeboten. Eine Summer School widmete sich dem Thema Migration und wurde in Zusammenarbeit mit dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) durchgeführt. Jedes Programm bestand aus 14 Vorlesungen, die von hochkarätigen Dozentinnen und Dozenten wie EGMR-Anwalt Veysel Ok, der UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen, Prof. Dr. Yakın Ertürk, und anderen bereichert wurden. Die wöchentlichen Themen reichten von der Geschichte der Menschenrechte zu aktuellen Fragen der internationalen Schutzmechanismen. Gleichstellungsthemen waren ebenso wichtig auf der Agenda wie die Rechte von Minderheiten. Im Rahmen der Lehrplanaktivitäten wurden gezielte Aufgaben an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerichtet, lebhafte Diskussionsrunden geführt, Filmvorführungen veranstaltet und Fallstudien erarbeitet.

Der Ansatz der HRA ist „menschenrechtsorientiert", aber auch von anderen Fachdisziplinen geprägt. Der interdisziplinäre Charakter zeigt sich vor allem in der Ausrichtung der Kursprogramme, der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dem Hintergrund der Ausbilderinnen und Ausbilder, den Themen der öffentlichen Veranstaltungen und der Methodik der Aktivitäten. Für jedes Programm gibt es 25 Plätze, für die über 6000 Bewerbungen eingegangen sind.

Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens hat sich die HRA zu einer bekannten türkischen Menschenrechtsinstitution etabliert, die mit ihren hochprofessionellen Programmen und Aktivitäten interaktive Menschenrechtsbildung anbietet. Infolge der Pandemie wurden die Programme digital angeboten. Dadurch war es aber möglich, interessierte Menschen aus ganz Anatolien in einem größeren Umfang zu erreichen. Um dauerhaft die neuen Menschenrechtsverteidiger und Verteidigerinnen zu fördern, hat die Akademie ein Alumni-Netzwerk eingerichtet. Digitale und physische Treffen werden organisiert, um nachhaltig die Zusammenarbeit und den Austausch im Netzwerk zu sichern. Die Akademie bietet verschiedene Aktivitäten, um das Bewusstsein für Menschenrechtsfragen zu stärken und die Bedeutung der Menschenrechtsbildung in der Türkei zu verbessern.

Karrieregespräch: Wie man im Bereich der Menschenrechte arbeitet.

Alumni Netzwerktreffen, FNF Türkei.

MEHR ÜBER DIE MENSCHENRECHTSARBEIT DER FRIEDRICH-NAUMANN-STIFTUNG FÜR DIE FREIHEIT FINDEN SIE AUF:

humanrights.freiheit.org