PHILIPPINEN

ANGRIFFE UND BELÄSTIGUNGEN: JOURNALISTINNEN ÜBER DEN PREIS DER WAHRHEITSSUCHE UND -VERMITTLUNG

Seit der Machtübernahme von Präsident Rodrigo Duterte im Jahr 2016 haben die Angriffe auf die Presse in den Philippinen dramatisch zugenommen. Die journalistischen „Storyteller“, die mit Drohungen und Anklagen von links und rechts überzogen werden, sind Gegenstand ihrer eigenen Geschichte geworden. In einem Interview für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit – Philippinen sprechen sechs der prominentesten und mutigsten Journalistinnen des Landes über die Bedrohung von Wahrheitssuche und-vermittlung und über die Frage wie philippinische Medien überleben können. Besonders Journalistinnen sind Angriffen im Internet ausgesetzt.

Journalistinnen über den Preis der Wahrheitsfindung: Ein Kurzfilm von FNF Philippinen

Camille Diola von Philstar.com sagte, dass „viele politische Akteure die Macht und das Potenzial der sozialen Medien ausnutzen." Diejenigen, die den Präsidenten kritisieren, erleiden die meisten Anfgriffe auf die Pressefreiheit und gegen ihr eigenes Leben als Frauen. „Die Bedrohung, die Attacke und der Jubel darüber ist alles zu Protokoll gegeben worden," beschreibt die ABS-CBN-Journalistin Chiara Zambarano.

Die Moderatorin Karen Davila, die 2016 die ABS-CBN-Präsidentschaftsdebatten moderierte, wurde mit Hassbotschaften und Schikanen von Duterte-Anhängern überschwemmt, weil sie den damaligen Präsidentschaftskandidaten Duterte zu seiner fragwürdigen Menschenrechtsbilanz als Bürgermeister von Davao City befragt hatte. Im Jahr 2018 wurde Pia Ranada, einer Reporterin von Rappler, die zuvor über die Präsidentschaftswahlen berichtet hatte, verboten, erneut über Veranstaltungen von Duterte zu berichten. Einen Monat später ermahnte Duterte Rappler in einer Pressekonferenz und behauptete, die Schlagzeilen seien „voll von Anspielungen und voller Unwahrheiten". Im selben Jahr wurden 11 Klagen gegen Rappler und seine CEO und Präsidentin Maria Ressa eingereicht.

Die erfahrene Journalistin Inday Espina-Varona wurde beschuldigt, Teil der kommunistischen Front zu sein, weil sie am 1. September 2015 über die Ermordung von Lumad-Anführern in Surigao del Sur durch Paramilitärs berichtet hatte, die angeblich mit dem Militär in Verbindung stehen. Verteidiger der Pressefreiheit sagen, dies seien nur einige der verheerendsten Schläge gegen die Demokratie auf den Philippinen seit das Kriegsrecht erlassen wurde. Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein als gerade jetzt während einer globalen Pandemie.

MEHR ÜBER DIE MENSCHENRECHTSARBEIT DER FRIEDRICH-NAUMANN-STIFTUNG FÜR DIE FREIHEIT FINDEN SIE AUF:

humanrights.freiheit.org